Nach der Schule folgt das FSJ im AuslandEin FSJ im Ausland im Anschluss an die Schule ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Die Gründe sind vielfältig.

Zum einen dient ein FSJ im Ausland der Stärkung der interkulturellen Kompetenz, sowohl in beruflicher wie auch in persönlicher Hinsicht. Die jungen Menschen engagieren in der Regel für ein Jahr in einem Auslandsprojekt in einer für sie neuen Kultur. Das ist etwas anderes, als irgendwo auf der Welt mal zwei oder drei Wochen Urlaub zu machen. Die Dauer und das Umfeld sind der Kern der Entwicklung. Die Jugendlichen lernen den Alltag kennen, erleben unmittelbar durch persönliche Kontakte über eine längere Zeit die unbekannte Kultur. Mit der Zeit werden die jungen Menschen mehr und mehr Teil der Gemeinschaft in dem fremden Land.

Diesen positiven Aspekt (interkulturelle Kompetenz, Erweiterung des eigenen Horizonts) teilt sich das FSJ im Ausland mit anderen Möglichkeiten, in anderen Ländern zu arbeiten, etwa der Arbeit als Au-Pair oder Work and Travel. Allerdings hat ein FSJ im Ausland ganz klar einen gemeinnützigen Charakter. Es ist staatlich gefördert und ist eine Form eines Ehrenamts. Die ehrenamtliche Tätigkeit wird im Gastland ausgeübt.  Beim Jobben im Ausland sind das gemeinnützige Engagement und die Völkerverständigung sowie die Erweiterung des Horizonts für globale Zusammenhänge hingegen mehr ein Nebeneffekt. Beim FSJ im Ausland hingegen stehen diese Punkte im Zentrum des Handelns.

Strukturiert und organisiert: FSJ im Ausland wird öffentlich gefördert und durch eine Trägerorganisation gelenkt

Ein FSJ im Ausland als staatlich gefördertes ehrenamtliches Engagement ist formalisiert. Dadurch ist die Vorbereitung länger und der zeitliche Aufwand größer als z.B. bei einem flexiblen Freiwilligendienst im Ausland. Einen spontan im Internet gefundenen Job in Südamerika kann man also nicht schon im nächsten Monat antreten.

Doch Organisation und Vorbereitung hat auch Vorteile. So sind die jungen Menschen Teil eines starken Netzwerkes und können sich auf dessen Organisation verlassen.

Entsendeorganisation als Dreh- und Angelpunkt

Das FSJ im Ausland ist also ein staatlich geförderter Freiwilligendienst im Ausland. Verschiedene Trägerorganisationen, also Entsendeorganisationen führen die Planung und Umsetzung der konkreten, einzelnen Projekte durch.

Sie arbeiten mit Aufnahmeorganisationen im Ausland zusammen, also mit den örtlichen Einsatzstellen. Sie kümmern sich um Versicherung und sind die direkten Ansprechpartnerinnen für die Freiwilligen. Die Entsendeorganisationen nehmen die Bewerbungen für ein FSJ im Ausland entgegen, nicht etwa staatliche Stellen. Entsendeorganisationen müssen staatlich anerkannt und geprüft sein.

Freiwilligendienst im Ausland und Taschengeld

Wer sich ehrenamtlich im Ausland organisiert, erhält kein Gehalt oder keinen Lohn, sondern freie Unterkunft und Verpflegung und meist auch ein Taschengeld.

Eigene Kosten trotz staatlicher Förderung

Ein FSJ im Ausland wird staatlich gefördert. Das heißt aber nicht, dass das Programm für die Freiwilligen kostenlos ist. Allerdings ist dennoch die finanzielle Entlastung des Freiwilligen sehr groß. Flug, Versicherung, Unterkunft, Vergütung und Verwaltung kosten viel. Der Eigenanteil soll grundsätzlich nicht vom Freiwilligen selbst bezahlt  sondern durch Spendengelder finanziert werden. Der Freiwillige sammelt Spenden und macht dabei sein Projekt bekannt.

Welche (öffentlich geförderten) Freiwilligendienste im Ausland gibt es?

Das FSJ im Ausland ist heute der Oberbegriff für staatlich geförderte Freiwilligendienste im Ausland. Früher handelte es sich dabei um ein spezielles Programm, das es auch heute noch gibt, mangels Förderung aber so gut wie nicht mehr genutzt wird.

Bekannte geförderte Freiwilligendienste bieten die Programme „weltweit“ und „kulturweit“. Die Schirmherrschaft dieser Programme liegt bei deutschen Ministerien.

Weltwärts

Weltwärts ist in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit beheimatet. Die Kosten trägt zu 75 Prozent das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die restlichen 25 Prozent finanziert der Träger gemeinsam mit den Freiwilligen. Das Mindestalter für die weltwärts Programme liegt bei 18 Jahren. Die einzelnen Projekte dauern zwischen sechs und 24 Monaten, in aller Regel aber ein Jahr.

Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD)

Der Internationale Jugendfreiwilligendienst ist beim Bundesfamilienministerium angesiedelt und ermöglicht Einsätze in den Bereichen Soziales, Ökologie, Kultur, Sport, Bildung und Denkmalpflege. Die Einsatzdauer im Ausland liegt zwischen sechs und 18 Monaten. Zielland kann jedes Land der Welt sein.

Zwar ist eine Teilnahme am IJFD formell auch für Minderjährige möglich. Aber in der Praxis finden Träger-Organisationen kaum Einsatzstellen für unter 18jährige. Höchstalter ist 26 Jahre.

Europäischer Freiwilligendienst (EFD)

Der Europäische Freiwilligendienst ist Teil des Programms Erasmus+.  Arbeiten und Lernen stehen hier ausgewogen nebeneinander. die Waage. Die Teilnahme wird nicht als Praktikum, wohl aber als Wartezeit auf einen Studienplatz anerkannt.

Mit dem EFD kann man in alle Länder Europas einschließlich aller Nicht-EU-Mitgliedsstaaten wie Norwegen oder Türkei gehen. Außereuropäische Projektländer sind daneben Albanien oder Marokko.

Teilnehmen können Menschen zwischen 17 und 30 Jahren. Die Projekte dauern zwei Monaten und einem Jahr. Man sollte sich etwa acht Monate im Voraus bewerben.