In welchen Ländern gibt es EFD Stellen

Der Europäische Freiwilligendienst EFD ist ein von der Europäischen Union ins Leben gerufenes Freiwilligenprogramm. Ziel des Europäischen Freiwilligendienstes ist es, Solidarität und Verständnis der EU-Bürger im Verhältnis zu ihren europäischen Nachbarn zu fördern. Die Einsatzorte sind demzufolge in den Ländern der EU zu suchen. Ab und an finden sich auch Projekte in an die EU angrenzenden Ländern wie etwa in Russland oder der Türkei, oder in Partnerländern, wie Israel, Ägypten oder Marokko.


Die Projektdatenbank im des EFD beinhaltet knapp 5000 Einsatzstellen. Beliebt sind Länder wie Großbritannien, Frankreich, Italien oder Spanien.

Was kann ich in einem EFD arbeiten?

Im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes gibt es einen weiten Rahmen an Einsatzmöglichkeiten. Die weitaus größte Zahl der EFD Projekte liegt im sozialen Bereich. Daneben finden sich nicht wenige Projekte in den Bereichen Jugendförderung, Umweltschutz und Kultur.


Es geht also um die Betreuung von Kindern, Jugendlichen, alten oder behinderten Menschen, Obdachlosen oder Flüchtlingen, um Natur- und Umweltschutz, um Kunst und Kultur, aber auch um Sport und Freizeit sowie Bildung und Politik.

Voraussetzungen

Abgesehen vom Alter und dem Erfordernis des Wohnsitzes in der EU oder einem Partnerland (etwa Schweiz) gibt es keine besonderen Teilnahmevoraussetzungen für den EFD.

Wer an einem EFD Projekt teilnehmen will, muss wenigstes 16 und darf maximal 30 Jahre alt sein. Die Mitarbeit in einem Projekt hat die Dauer von 2 bis 12 Monaten. In aller Regel liegt das Alter der Freiwilligen aber zwischen 18 und 27 Jahren und die Projektarbeit dauert 9 Monate. Nur für Personen mit erhöhtem Förderbedarf besteht die Möglichkeit zur Teilnahme am EFD im eingangs genannten weiteren Rahmen.

Freiwillige, die bei anderen Jugendfreiwilligendiensten keine oder nur geringe Teilnahmechancen haben, sollen im EFD-Bewerbungsverfahren bevorzugt werden. Das sind Bewerber ohne Schulabschluss oder mit Haupt- und Realschulabschluss, mit Migrationshintergrund oder mit erhöhtem Förderungsbedarf.

Kosten

Die Teilnahme am EFD ist für die Freiwilligen weitgehend kostenlos. Man freie Unterkunft und Verpflegung und zusätzlich ein Taschengeld von ca. 100 Euro. Die Höhe des Taschengeldes variiert von Einsatzland zu Einsatzland. Die Impf- und Visakosten werden ebenfalls komplett übernommen. Zudem erhält man einen Sprachkurs bezahlt. Zu den Reisekosten gibt es einen Zuschuss von bis zu 90 Prozent, so dass der Freiwillige nur 10 Prozent selbst aufbringen muss. Man ist also im Gegensatz zu den anderen Auslandsfreiwilligendiensten nicht genötigt, einen Spenderkreis aufzubauen, um die Auslandsstelle zu finanzieren.

Ein Anspruch auf Kindergeld bleibt bestehen.

Versicherung

Während der Teilnahme am EFD ist man rundum abgesichert. Es besteht also eine Krankenversicherung, eine Unfallversicherung und eine Haftpflichtversicherung.

Seminare

Freiwillige im EFD müssen an 2 Seminare Teilnehmen, einem Vorbereitungs- und einem Nachbereitungsseminar. Beide Seminare haben zusammen eine Dauer von mindestens 15 Tagen.

Bewerbung

Wer einen Europäischen Freiwilligendienst absolvieren möchte, muss sich bei zwei Stellen bewerben. Zum einen ist eine Bewerbung bei einer Entsendeorganisation notwendig, die den Freiwilligen bei der Suche nach einem Projekt und der bürokratischen Abwicklung unterstützen soll. Zum anderen muss eine Bewerbung erfolgen bei einer Aufnahmeorganisation im Ausland, bei der der Freiwillige den EFD leisten wird.

Entsendeorganisation

Zunächst muss also eine Entsendeorganisation (Sending organisation) gesucht werden. Die Aufgabe dieser Orga ist es, den Teilnehmer in das Einsatzland zu entsenden und seinen Auslandsaufenthalt zu organisieren. Einige Entsendeorganisationen unterstützen die Freiwilligen zusätzlich bei der Suche nach einer Einsatzstelle und der dortigen Bewerbung.

Entsendeorganisationen findet man in der EFD-Datenbank. Dort sind knapp 200 Entsendeorganisationen für Deutschland verzeichnet.

Viele Entsendeorganisation haben oft nur begrenzte Kapazitäten, wählen die potenziellen Freiwilligen nach bestimmten, unterschiedlichen Kriterien aus und entsenden Freiwillige nur in bestimmte Partnerprojekte. Andere Organisationen hingegen betreuen prinzipiell alle Bewerber und entsenden in sämtliche Projektländer.

Oft müssen Freiwillige mehrere Entsendeorganisationen kontaktieren und ein Bewerbungsverfahren durchlaufen, ehe sie eine passende Organisation finden. Aus diesem Grunde sollten potenzielle Teilnehmer sich spätestens 9 Monate vor der Ausreise um eine Entsendeorganisation bemühen.

Die Suche nach einem EFD-Projekt

Bewerber für den EFD können bei ihrer Suche nach EFD-Projekten eines der Partnerprojekte ihrer Entsendeorganisation wählen und sich dort bewerben oder sie suchen selbst in der EFD-Datenbank nach ihrem Wunschprojekt und nutzen die Entsendeorganisation ausschließlich für die organisatorische Abwicklung.

Welche Option man wählt, hängt von der eigenen Situation ab. Ist man flexibel und will Zeit sparen, wählt man die erste Möglichkeit. Man kann so die Erfahrung der Entsendeorganisation mit deren „eigenen“ Partnerorganisationen nutzen, hat allerdings nur wenig Auswahl hinsichtlich auf Zielland und Einsatzbereich.

Wer sich Zielland oder Aktions-Bereich selbst aussuchen möchte, muss sich um die Projektsuche selbst bemühen und die EFD-Datenbank durchstöbern. Man muss dazu die einzelnen Projektbeschreibungen durcharbeiten und die Trägerorganisationen anschreiben, um Basisinformationen wie z. B. die Projektdauer zu erhalten. Man sollte dabei eine Vorauswahl nach Einsatzland oder Tätigkeitsbereich getroffen haben und danach weitere Informationen bei der Aufnahmeorganisation erfragen. Erfahrungsgemäß meldet sich aber nur ein Teil der angeschrieben Projekte zurück und zudem sind einige Stellen nicht jedes Jahr zu besetzen. Die Suche erfordert also Zeit.

Ist man jedoch hinsichtlich Einsatzland, Beginn und Dauer flexibel und nicht festgelegt, hat man sehr viel größere Chancen auf einen Einsatzplatz. Insbesondere wenn man nicht nur auf die beliebten Länder wie Großbritannien oder Frankreich oder Spanien fixiert ist, sondern auch in weniger populäre Länder gehen würde, kommt man sehr viel schneller an einen EFD-Platz.

Aufnahmeorganisation

EFD-ler bewerben sich im zweiten Schritt direkt bei einer Aufnahmeorganisationen (Host organisation). Vorab erfahren sie dort auch Einzelheiten zu den Bewerbungsfristen und dem allgemeinen Bewerbungsverfahren, das von Organisation zu Organisation unterschiedlich ausgestaltet ist. Dann wird die EFD-Bewerbung an die Aufnahmeorganisation gesendet. In der Regel beinhaltet die Bewerbung einen Lebenslauf, ein Motivationsschreiben, den Bewerbungsbogen der jeweiligen Entsendeorganisation sowie eventuell ein Empfehlungsschreiben (etwa vom Lehrer, Pfarrer oder dem Vorstand eines Vereins, bei dem man sich ehrenamtlich engagiert).

Aus den Bewerbungen wählt die Aufnahmeorganisation – unter Umständen auch in Absprache mit der Entsendeorganisation – die passendsten Bewerber aus, die dann von dem Projektveranstalter zu einem Bewerbungsgespräch per Telefon oder Internet eingeladen werden.

Schließlich kommt dann die Zusage oder Absage der Aufnahmeorganisation.

Das Genehmigungsverfahren

Hat man die Zusage der Aufnahmeorganisation erhalten, so wird das Genehmigungsverfahren für die Förderung der EU in Gang gesetzt. Um dieses müssen sich allerdings nicht die Freiwilligen, sondern die Entsende- und Aufnahmeorganisation bemühen.

Dieses Genehmigungsverfahren dauert durchschnittlich 8 Wochen. Wenn die zuständige Nationalagentur für den EFD den Antrag dann bewilligt hat, ist der EFD-Platz sicher.