Was kostet ein Freiwilligendienst im Ausland?

Diese Frage stellt sich jeder, der daran denkt, ein soziales, ökologisches oder sonstiges freiwilliges Jahr im Ausland zu verbringen.


Nun, die Kosten sind vielfältig.  Beispielsweise seien genannt:

– Reisekosten (Flugzeug, Bahn, etc)


– Unterkunft

– Verpflegung

– Versicherungen (Krankenversicherung, Unfallversicherung)

– Verwaltungskosten der Entsende- und Aufnahmeorganisation

– pädagogische Begleitung, Seminartage

All diese Kosten müssen gedeckt werden, damit der Freiwilligendienst im Ausland gelingt.

Wer bezahlt was?

Hier muss zwischen einem staatlich geförderten und einem flexiblen Freiwilligendienst im Ausland unterschieden werden.

Staatliche geförderter Freiwilligendienst im Ausland

Bei einem staatlich geförderten Freiwilligendienst im Ausland (z.B. weltwärts, kulturweit oder Internationaler Jugendfreiwilligendienst, nicht mehr: FSJ im Ausland) wird ein großer Teil der Kosten von der Entsendeorganisation übernommen. Diese refinanziert sich bei den jeweiligen staatlichen Stellen. Der Umfang der staatlichen Förderung variiert von Programm zu Programm.

Die staatliche Förderung ist aber nicht ausreichend, um die gesamten Kosten des Einsatzes der Freiwilligen zu decken. Die überwiegende Mehrzahl der Entsendeorganisationen verlangen daher eine Kostenbeteiligung von den Freiwilligen.

Eine angemessene finanzielle Eigenbeteiligung am Freiwilligendienst im Ausland ist zulässig und üblich. Der Abschluss einer Vereinbarung zu einem staatlich geförderten Jugendfreiwilligendienst darf allerdings nicht von Zahlungen des Freiwilligen an den Träger abhängig gemacht werden. Das bedeutet, dass nur eine indirekte Spendenfinanzierung zulässig ist.

Die Höhe der gewünschten Eigenbeteiligung der Freiwilligen ist von Entsendeorganisation zu Entsendeorganisation  unterschiedlich.

Noch einmal zusammengefasst: Der Anteil der Kosten, den die Freiwilligen selbst tragen müssen, fällt je nach Träger unterschiedlich hoch aus. Diesen Anteil stellen die Organisationen den Freiwilligen jedoch nicht direkt in Rechnung; das ist aufgrund rechtlicher Vorgaben nicht erlaubt.

Die Freiwilligen sind danach gehalten, sich um Drittspenden zu kümmern, einen sogenannten Förderkreis aufzubauen. Spenden können von Firmen, von Vereinen oder Verwandten kommen. Beim Internationalen Jugendfreiwilligendienst ist es z.B. üblich, dass der Förderkreis  ca 1200 bis 3600 Euro an Geldern bei 12 Monaten Auslandsaufenthalt zusammenbringen muss. Liegen die Spendengelder durch den Förderkreis vor, so erstattet die Entsendeorganisation meistens alle Reisekosten (Flugtickets) und kümmert sich um freie Kost und Unterkunft sowie um ein Taschengeld bei der aufnehmenden Organisation.

Flexibler Freiwilligendienst im Ausland

Bei einem nicht staatlich geförderten Freiwilligendienst, auch flexibler Freiwilligendienst im Ausland genannt, entfallen staatliche Gelder. Der Freiwillige muss die kompletten Kosten des Auslandsaufenthaltes selbst tragen. Je nach Dauer und Reiseland sind die Kosten unterschiedlich hoch. So ist es nicht selten, dass pro Monat 1000 Euro und mehr anfallen. Der Freiwillige schließt mit der Entsendeorganisation einen Vertrag, der direkt zur Zahlung an die Entsendeorganisation verpflichtet.

Flexible Freiwilligendienste werden von privaten Anbietern aber auch von Entsendeorganisationen angeboten, die ebenfalls die staatlich geförderten Programme im Angebot haben.

Gibt es einen Freiwilligendienst im Ausland, der kostenlos ist?

Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) wird vollständig durch die EU gefördert und ist damit der einzige Freiwilligendienst im Ausland, der für den Freiwilligen vollständig kostenlos ist. Allerdings ist er – wie der Name schon sagt – auf das europäische Ausland beschränkt.

Bei anderen Freiwilligendiensten können die Kosten nur dann Null erreichen, wenn eine weitere Förderung wie etwa ein Stipendium gefunden wird.